Exkursion0809_Paris
À chacun ses étrangers?
France-Allemagne de 1871 à aujourd'hui
Étrangers – Fremde.
Bilder vom Anderen in Deutschland und Frankreich seit 1870
Ausstellung der
Cité Nationale de l'Histoire de l'Immigration, Paris (16.12.2008 – 19.04.2009
und des
Deutschen Historischen Museums, Berlin (28.08.2009 – 3.01.2010).
Wie haben die Franzosen in der Geschichte ab 1870 die Deutschen gesehen, wie die Deutschen die Franzosen? Wie sind beide mit den unter ihnen lebenden Fremden umgegangen? Welche Rolle haben die Medien beim Zustandekommen der Bilder vom jeweils „Anderen“ gespielt? Wie haben sich politische Äußerungen und Aktionen ausgewirkt? Wie gestalten sich die Verhältnisse heute?
Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung in etwa 300 Exponaten (Fotos, Presse, öffentlicher Diskurs, Plakate, Karikaturen, Lieder, Postkarten, Filme, Werke zeitgenössischer Kunst). Es werden Fremdbilder analysiert, die bei der jeweiligen nationalen Selbstdefinition als Mittel zur Abgrenzung grundlegend waren und teilweise immer noch sind.
Es ist beeindruckend, hier exemplarisch zu sehen, wie mühevoll die Schritte weg von Hass und Vorurteilen und hin zu mehr Verständnis und Toleranz in den vergangenen 140 Jahren zu gehen waren und dass dieser Weg in unserer Zeit der großen Migrationsströme noch keineswegs an einem verlässlich guten Ziel angekommen ist, an dem wir ausruhen könnten.
„Wandertag“ heißt wohl deshalb das Projekt einer Berliner Schule: „Lancez-vous!“, fordert es auf, „Le court-terme n’a pas d’avenir.“
Arbeitsergebnisse mehrerer Schulen aus Frankreich und Deutschland (z.T. partnerschaftlich erstellt) zum Thema begleiten die Haupt-Ausstellung. In der Cité Nationale de l'Histoire de l'Immigration sind sie in der „Salle Marie Curie“ ausgestellt, darunter auch unsere Video-Installation.
Wir danken dem
Förderverein des Gymnasiums Ehingen
und dem
Deutsch-Französischen Jugendwerk
für die finanzielle Unterstützung der Jugendlichen.
(S. Senft und E. Müller)
Bericht über die Exkursion nach Paris
zur Eröffnung der Ausstellung
„A chacun ses étrangers?“
in der „Cité Nationale de l’Histoire de l’Immigration Paris“
- von Mengyue Feng, Klasse 11d -
Auf Einladung des deutsch-französischen Co-Projekts über Schüler mit Immigrationshintergrund hatte eine vierköpfige Gruppe unserer Schule die Möglichkeit, in der Zeit vom 13.-16.12.2008 Paris zu entdecken.
Der berühmte chinesische Philosoph Konfuzius sprach: „Wenn drei Menschen gehen, muss einer davon mein Lehrer sein.“ Wir waren insgesamt vier, zwei davon Lehrerinnen, die Kunstlehrerin Frau Senft und die Ethiklehrerin Frau Müller. Die übrigen zwei waren Mengyue Feng aus der 11d und Christian Czepej aus der 8c.
Am 13.12. ging es morgens um 07:00 Uhr vom Kolleg St. Josef los. Wir wurden zuerst von Frau Verse mit dem Auto zum Ulmer Hauptbahnhof gebracht. Von dort fuhren wir mit dem Zug kurz vor 08:00 Uhr direkt nach Paris. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke des Zuges war auf ihre eigene Weise faszinierend. Öfters mal hatte man das Gefühl, dass der Zug gleich wie ein Flugzeug abheben würde. Kurz vor Paris war die Schnellstrecke dann zu Ende. Der Zug hatte leider Verspätung. Als wir in Paris ankamen, war es schon über 13:00 Uhr. Frau Donin, Lehrerin an einer Berufsschule in Paris, Partnerschule des Co-Projekts, hat uns vom Bahnhof abgeholt. Um Zeit zu sparen, haben wir uns dafür entschieden, statt zunächst unser Gepäck ins Hotel zu bringen, sofort die "Stadt des Lichtes ", die "Stadt der Liebe", die "Stadt der Romantik" zu erleben.
Paris bietet eine derart große Zahl von Sehenswürdigkeiten, dass man diese selbst bei unendlich vielen Wochenendtrips nicht erkunden könnte. Daher sollte man nicht den Fehler machen, möglichst viel sehen zu wollen. Besser: Man sucht sich die interessantesten Sehenswürdigkeiten und Museen in Paris heraus und genießt diese umso intensiver.
Das weltberühmte Museum „Louvre“ war die erste Station unseres Paris-Besuchs. Der Louvre ist flächenmäßig betrachtet das drittgrößte Museum der Welt. Weltweit ist der Louvre das bekannteste Museum mit verschiedenen Skulpturen, Malereien und weiteren historischen Attraktionen. Den Louvre kann man nicht an einem einzigen Tag ansehen. Es könnte nicht einmal ein ganzes Leben reichen um alles zu sehen und zu verstehen. Die wertvollsten Gemälde der Welt sind im Louvre ausgestellt und können angesehen werden. Die „Mona Lisa“ von Da Vinci ist das bekannteste Gemälde der Welt. Es hängt natürlich im Louvre in Paris. Nach der Erscheinung des Films „Da Vinci Code“ sind die Besucherzahlen des Louvre in die Höhe geschnellt. Die Mona Lisa und die beiden griechischen Statuen „Venus von Milo“ und „Nike von Samothrake“ sind die „drei Schätze“ im Louvre.
Man nennt die Kathedrale „Notre Dame de Paris“, den Eiffelturm und den Triumphbogen die "Drei Wahrzeichen von Paris". Am zweiten und dritten Tag unseres Aufenthalts haben wir das erste und das zweite besucht. Mit ihrem gotischen Stil zählt Notre Dame de Paris zu den einzigartigen Kathedralen der Epoche. Keine andere Kirche wurde so prunkvoll und schön aufgebaut. Im Mittelalter war die Kirche Notre Dame der Mittelpunkt der Stadt Paris. In ihr spielen die wichtigsten Teile der Handlung des Romans „Der Glöckner von Notre Dame“ von Victor Hugo, vor allem das Geschehen um die Gestalt des Quasimodo.
Nicht weit von der Kathedrale liegt an der Seine die „Conciergerie“, das Gebäude, in dem während der Französischen Revolution Menschen verurteilt wurden und auf ihre Hinrichtung auf der Guillotine warteten. Es sieht von außen sehr malerisch aus, ist aber innen doch eher beklemmend.
Natürlich darf der Besuch des Eiffelturms in Paris nicht fehlen. Das gigantische Bauwerk wurde von dem Architekten Gustave Eiffel errichtet und hat auch nach ihm seinen Namen erhalten. Der Turm wurde für die Weltausstellung 1889 errichtet und ist seither das höchste Architekturwerk von Paris. Von dem Bauwerk aus Stahl waren wir sehr beeindruckt. Der Eiffelturm hat insgesamt drei Plattformen. Zwei davon haben wir zu Fuß erklommen, nur für den Aufzug zur dritten haben wir Geld ausgegeben. Von oben kann man bei schönem Wetter einen unvergesslichen Blick über ganz Paris und seine Sehenswürdigkeiten haben. Leider hatte die Stadt kein schönes Wetter für uns bestellt. Der Eiffelturm ist schon faszinierend, aber auch da will man nicht ewig bleiben. Wir hatten Lust, uns weiter durch Paris zu schlagen.
Entlang der Champs-Elysées war die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung eingesetzt worden. Die Prachtstraße der Metropole erstrahlte in herrlich winterlichem Glanz und stimmte sowohl Bewohner als auch Gäste auf das Weihnachtsfest ein. Doch nicht nur die Lichter der Champs-Elysées zeugten vom nahenden Weihnachtsfest, auch die vielen Weihnachtsmärkte in Paris versetzten die Menschen in eine vorweihnachtliche Stimmung.
Am Montag, dem 15.12. abends, trafen wir zum ersten Mal mit Organisatoren und Mitarbeitern des internationalen Projekts zusammen.
Jeder Stadtteil von Paris stellt in seinem Rathaus Räume für Veranstaltungen dieser Art zur Verfügung. Unser Treffen fand in der Mairie du 11ième arrondissement statt.
Besonders zahlreich hatten sich Mitglieder der „Education sans Frontières“ eingestellt, einer Vereinigung, die mit „Ärzte ohne Grenzen“ zu vergleichen ist. Auch die Pariser Immigrantinnen, die in unserer gemeinsamen Videoinstallation in der Salle Marie Curie der Cité de l’Immigration zu sehen sind, waren zugegen.
Alle diskutierten lebhaft miteinander über die Videos, die in Paris und Ehingen gedreht worden waren, und es stellte sich heraus, dass die Probleme, die sich aus der Immigration von Kindern und Jugendlichen ergeben, in Frankreich und Deutschland ähnlich sind, sich aber durch die jeweilige Gesetzgebung doch stark unterscheiden.
Besonders erfreulich für mich war die Bekanntschaft mit einer chinesischen Schülerin, die mir am folgenden Tag Spezialitäten aus unserem Heimatland mitbrachte. Sie wird mit ihrer Familie dauerhaft in Frankreich bleiben.
Am 16.12. vormittags um 10:00 Uhr war die offizielle Veranstaltung des Co-Projekts. Unser Projekt ist ein Teil der großen Ausstellung „A chacun ses étrangers?“ („Jedem seine Ausländer?“), die die Migrationsgeschichte Deutschlands und Frankreichs ab 1871 bis heute darstellt. Das Deutsche Historische Museum, Berlin hat sie gemeinsam mit der „Cité Nationale de l’Histoire de l’Immigration, Paris“ erarbeitet. Thema der darin integrierten Ausstellung unseres Co-Projekts ist „Migration und Integration: Austausch im Schulbereich als Beitrag zum interkulturellen Dialog“. Frau Senft hat in Zusammenarbeit mit ihrer französischen Kollegin, die uns am Bahnhof in Paris abholte, einen Videofilm über Integration in der Schule über acht Schüler mit Migratonshintergrund, jeweils vier aus Ehingen und vier aus Paris, gemacht. Die Filme wurde an diesem Tag erstmals offiziell gezeigt.
Schüler, Lehrer und pädagogische Experten haben an der Veranstaltung teilgenommen. Wir haben den Film gesehen. Die Schüler teilen darin Erfahrungen ihres Lebens und Lernens in Deutschland bzw. in Frankreich sowie ihr Heimweh mit. Gemeinsam mit der großen Ausstellung wird der Film vom 16.12.2008 bis 19.04.2009 in der „Cité Nationale de l’Histoire de l’Immigration“ in Paris gezeigt und dann im „Deutschen Historischen Museum“ in Berlin.
Nach der Veranstaltung nahmen wir von der prachtvollen Stadt Paris Abschied und machten uns auf den Weg zurück nach Ehingen.
Die viertägige Exkursion nach Paris war wirklich zu kurz. Aber wir haben sehr viel erlebt. Paris ist eine Stadt, die nicht so sehr auf schönes Wetter angewiesen ist, deshalb bleibt sie für uns traumhaft, auch wenn es sehr kalt war und geregnet hat.