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Exkursion Jan. 2011 Weimar


   

Snapshot – Ein Projekt zu historisch - politisch - kultureller Bildung

Unter diesem Motto verbrachten 53 Schüler der Jahrgangsstufe 1 mit Frau Röseler, Frau Ringelsbacher und Herrn Sonntag eine Woche in Weimar.

 

Am Sonntag, dem 23. Januar 2011 ging es schon um 6 Uhr morgens mit dem Bus in Richtung Weimar los, wo wir nach einer 6-stündigen Fahrt, pünktlich zum Mittagessen ankamen.

 

Nach einer ausgiebigen Stärkung wurden zuerst die Zimmer bezogen und danach das Projekt vorgestellt.

Dass wir nicht in einer typischen Jugendherberge und dem dazugehörigen typischen Programm untergekommen waren, begriffen auch die Langsamsten unter uns spätestens dann, als sie die modern eingerichtete Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar ( EJBW) näher betrachteten und auf dem Programm Punkte wie „Identitätsmoleküle Wer sind Ich?“ entdeckten.
Es handelte sich ja schließlich nicht um eine Woche Urlaub in Weimar, sondern um eine Seminarwoche mit einem straffen Programm.

 

Zu Beginn der Woche wussten die meisten von uns nicht mehr über Weimar, als dass Goethe dort mal gelebt hat und dass die Weimarer Republik wahrscheinlich nicht ganz zufällig diesen Namen trägt.

Am Montagmorgen starteten wir mit einer thematischen Stadtrallye, bei der wir schon mal einen Überblick über die historische Altstadt Weimars und deren Vielfalt bekamen, indem wie die Stadt unter verschiedenen Gesichtspunkten (Nationalsozialismus, Klassik, Literatur, Bauhaus…) erkundeten.
Nachmittags befassten wir uns mit dem Thema „Wer bin ich?“ und „Wie sieht mein Bild vom Menschen aus?“. Das war auch eine wichtige Vorarbeit für den Dienstag, an dem das Thema der Weimarer Klassik auf dem Programm stand. Nachdem wir uns zunächst die politische Situation Weimars zu Goethes Zeit in einem Rollenspiel angeeignet hatten, konnten wir zwischen Stadtführungen zu Goethes Gartenhaus und Wohnhaus, dem Schillerhaus oder dem Wittumspalais von Anna Amalia wählen und lernten dort das Menschenbild der Weimarer Klassik kennen.

 

Am Mittwoch besuchten wir nach einem kurzen Einführungsfilm das Konzentrationslager Buchenwald. Für viele Schüler war dies der emotionale Höhepunkt der ereignisreichen Woche. Der Besuch des Lagers, insbesondere des Krematoriums, und der Gedanke an die vielen Todesopfer war für viele eine neue, erschütternde Erfahrung und führte zu tiefgründigen Gesprächen am Abend.

Am Donnerstag fanden verschiedene Workshops statt, zwischen denen man wählen konnte. Ziel war es, das eigene Menschenbild, vor dem Hintergrund von Weimarer Klassik und Nationalsozialismus zu überprüfen. Zur Auswahl standen Fotoworkshops, Workshops zum Menschenbild der Nationalsozialisten und heutiger rechter Parteien, zu Körper und Raum als Ausdruck von Identität und Menschenbild und zu dem Drama „Der Besuch der alten Dame“. All diese Gruppen versuchten je nach Art des Workshops die Frage nach der traditionellen Bedingtheit unseres Menschenbildes, also nach dem „Menschenbild im Wandel“ zu beantworten.

 

Die Fotoworkshops versuchten mit Schnappschüssen oder Portraits, Landschaftsbildern oder kleinen Fotogeschichten „Menschenbilder im Wandel“ darzustellen. Der Workshop zum „Besuch der alten Dame“ stellte ein kleines Theaterstück bestehend aus Standbildern auf die Beine und der Workshop zum Menschenbild im Nationalsozialismus hielt einen informativen Vortrag über Gegenbewegungen zum anhaltenden Neonationalsozialismus in Weimar.

 

In all diesen Workshops wurden Präsentationen vorbereitet, die als krönender Abschluss der Woche am Freitagmorgen präsentiert wurden.

Nach diesen Präsentationen blieb gerade noch genügend Zeit zum Mittagessen und „Tschüss“ zu sagen, bevor wir auch schon in den Bus stiegen, der uns am Freitagabend zurück nach Ehingen brachte.
 

 

Abschließend kann man sagen, dass wir in dieser Woche nicht nur unheimlich viel über deutsche und europäische Literatur, Geschichte und Politik gelernt haben, sondern auch viel über uns selbst. Natürlich kam auch der Spaß nicht zu kurz! Ich glaube, dass jeder von uns die Reise noch einmal mitmachen würde. Vorausgesetzt das Programm ist genauso interessant, das Essen genauso gut und das Wetter ein bisschen angenehmer.

Ach ja, aufgrund der Anregung vieler Mitfahrer muss ich noch folgenden Satz loswerden: Chiller-Schiller is the Player!

 
Stefan Habrik