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Exkursion 11/12 Weimar


 

Snapshot-Projekt in Weimar 2012

 

Am Sonntag, den 15. Januar 2012, fuhren 46 Schüler mit Frau Ringelsbacher, Frau Röseler und Herrn Meinel um 6 Uhr morgens mit dem Bus los in Richtung Weimar. Wir erreichten die EJBW (Europäische Jugend Bildungs- und Begegnungsstätte Weimar) schon um 11:30 Uhr, statt wie vermutet um 13:00 Uhr. Begrüßt wurden wir mit einem leckeren Mittagessen, wovon alle positiv überrascht waren. Außerdem beeindruckte auch die moderne Gestaltung des Gebäudes. Nach dem Essen wurden wir von den Mitarbeitern begrüßt, die sich und die Einrichtung erst einmal vorstellten und es folgte eine erste Themenbesprechung. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils einen Seminarleiter, Elke bzw. Frank, zugeordnet bekamen. Die Zimmerschlüssel wurden verteilt und wir hatten ein wenig Zeit, unsere Zimmer zu beziehen. Nachmittags wurde besprochen, welche Erwartungen wir an die Woche hätten und damit uns die Teamleiter besser kennen lernten, stellten wir uns gegenseitig vor. Jeder interviewte einen Partner und stellte diesen mit seinen Interessen und Besonderheiten vor. Um 18:00 Uhr gab es Abendessen und obwohl wir alle müde waren, entschlossen wir uns dazu noch ein wenig das Nachtleben von Weimar zu erkunden, bevor wir um 23 Uhr wieder auf den Zimmern sein mussten.

 

Am Montag trafen wir ums nach einem reichhaltigen Frühstück um 9:00 Uhr mit Frank bzw. Elke in den Seminarräumen. Vormittags war eine Stadtrallye geplant, bei der verschiedene Themen immer drei bis fünf Leuten zugeteilt wurden. Die Themen waren: Maria Pawlowna, die NS-Zeit, die NS-Architektur, die DDR, das Bauhaus und Denkmäler.
Jede Kleingruppe bekam ein Heft mit Fragen und einen Stadtplan und danach hatten wir bis 11:00 Uhr Zeit, die Stadt nach dem von uns gewählten Schwerpunkt zu erkunden und Fotos zu machen. Nach der Rally stellten wir uns die unterschiedlichen Aspekte Weimars vor, indem wir unsere Fotos zeigten und erläuterten. Nach dem Mittagessen erarbeiteten wir die Grundlage für die Woche: Inwiefern veränderten sich Menschenbild und Identität über die Jahrhunderte hinweg? Also sollte jeder für sich eine Lebenskurve und ein Identitätsmolekül erstellen, welches aufzeigte durch welche Bereiche unsere Persönlichkeiten geprägt werden. Daraufhin wurden die Charaktereigenschaften vorgestellt und am Ende führten wir noch eine Diskussion über moralische Grundfragen.

 

Der Dienstag stand unter dem Zeichen der Weimarer Klassik. Um uns in die damalige gesellschaftliche Situation besser hineinversetzen zu können, führten wir ein Rollenspiel durch, in dem es um eine Audienz bei dem verarmten, jungen Herzog Carl August ging. Wir überlegten uns, mit welchen Mitteln das bedeutungslose Weimar zu Reichtum und Glanz kommen könne. Bei Eiseskälte besichtigten wir anschließend den Schlosspark mit Führung, bei der wir viel Interessantes über Goethe und den jungen Herzog erfuhren. Vom Schloss sahen wir nur wenig, aber wir lernten, dass alles sozusagen mehr Schein als Sein war. Nachdem wir uns beim Mittagessen gestärkt hatten, besichtigte eine Gruppe das Goethe-, die andere das Schillerhaus. Bevor es danach zum Abendessen ging, tauschten wir uns im Seminar darüber aus, ob das heutige Menschenbild und das der Klassik gegenteilig seien.

 

Thema des folgenden Tages war das Lager Buchenwald. Wir bereiteten uns auf diese Erfahrung mit Fotos aus der NS-Zeit vor, anhand derer wir unsere bisherigen Kenntnisse austauschten, und schauten einen Film zur Geschichte des Lagers an. Danach fuhren wir mit dem Bus zur Gedenkstätte Buchenwald auf den Ettersberg und wurden durch die Gedenkstätte geführt. Nachmittags bearbeiteten wir in Workshops verschiedene Unterthemen wie z.B. Musik und Kunst im Lager, ausgewählte Biografien von Inhaftierten, das Leben der NS-Offiziere, das sowjetische Speziallager. Wieder in der EJBW angekommen, fand nach dem Abendessen noch eine Abschlussbesprechung statt, in der wir die Eindrücke gemeinsam verarbeiten konnten.

 

Donnerstag war Workshoptag. Es gab diese Themen zur Auswahl: Fotoworkshop, künstlerischer Workshop reflections on paper, sozialistisches Menschenbild in der DDR, Menschenbild der heutigen Rechtsextremen, Menschenbild der Nationalsozialisten, Buchenwald - daraus gelernt?, Menschenbildim Drama. Die Auswahl hatten wir schon in Ehingen getroffen, sodass wir morgens in unsere jeweiligen Gruppen gehen konnten, wo wir unsere genauen Arbeitsaufträge erhielten. Nach einer kurzen Einführung in das Thema, setzten wir uns genauer damit auseinander z.B. durch Recherche, Museumsbesuch, Interview etc. und bereiteten anschließend bis zum Abendessen die Präsentationen vor, die wir am nächsten Tag den anderen vorstellen wollten.

 

Der Freitag war der Abreisetag und wir hatten nur noch vormittags Programm. Jeder Workshop präsentierte seine Ergebnisse und wir gingen danach noch einmal in unsere zwei Gruppen, in denen noch eine Endbesprechung und Evaluation stattfand. Mit dem Mittagessen beendeten wir unsere Projektfahrt, stiegen um 13:00 Uhr in den Bus und um 19:00 Uhr kamen wir wieder in Ehingen an.

 

Abschließend kann man sagen, dass wir in diesen wenigen Tagen viel über die Geschichte Weimars erfahren haben. Viel wichtiger und interessanter war aber, was man daraus lernen kann. Jeder einzelne wurde mit seinen Ansichten und mit seiner Individualität in das Projekt miteinbezogen und das machte diese Woche gelungen.

 

Von Laura Handschuh und Stefanie Schäfer